6 Wochen Ferien – ja klar!
Obwohl ich heute meine eigene Chefin bin, war ich doch lange Jahre auch angestellt und kenne die Sorgen und Nöte einer Arbeitnehmerin. Einer der grössten Schwachpunkte in meiner Situation als Angestellte war immer die unselbständige Arbeitszeiteinteilung, die fast schon sklavische Pflicht spätestens bis 8:30h im Büro zu sein und vor 16:30h nicht nach Hause gehen zu dürfen, egal ob Arbeit da ist oder nicht und egal ob ich mit meiner Arbeit tatsächlich schon fertig wäre. Vielleicht ist das heute anders. Wahrscheinlich aber nicht….
Ebenfalls eklatant ist das Verhältnis von Arbeitswochen und Ferienwochen. Ein Jahr hat 52 Wochen, davon haben wir 6 Wochen in Form von Feiertagen und Wochenenden frei. Bleiben 46 Arbeitswochen. Davon haben Angestellte heute minimum 4 Wochen Ferien, was ein Verhältnis von ungefähr 11:1 darstellt. Das heisst, nur einen Elftel unseres Jahres dürfen wir sorglos ohne Arbeit verbringen. Eine dramatische Einsicht, die ich noch nie habe verstehen können.
Manche Menschen kümmern sich um solche Zustände, wie zum Beispiel die Travail.Suisse, die Dachorganisation aller Arbeitnehmer-Verbände. Zur Zeit läuft eine Unterschriftensammlung für die Initiative “6 Wochen Ferien für alle”. Die 9 Argumente für die Initiative sind plausibel. Und ich persönlich ergänze mit folgendem Argument:
Wirtschaftlicher Wachstum dank mehr Freizeit – Wenn ich mehr Freizeit habe, dann werde ich (wahrscheinlich) automatisch mehr Geld in meine Freizeit investieren, sei es in Form von Ausflügen, sportlichen Aktivitäten, Utensilien für meine Hobbies, Bücher, DVDs, Kinobesuche, Zoobesuche, etc. In dem ich mehr Zeit habe, werde ich womöglich mehr konsumieren oder in Dinge investieren, die ich für meine Freizeitgestaltung brauche. Oder etwa nicht?
Eine gute Sache, diese Initiative, die ich auch unterschreiben werde und hoffe, dass so das Verhältnis Arbeitswoche:Ferienwoche auf 7:1 sinkt. Na immerhin!
Am 22. Januar 2008 um 11:06 Uhr
Na klar, das werde ich auch unterstützen.
Alles nimmt ständig zu, die beruflichen Anforderungen, der Druck, die Belastungen, Stress… und andere Sachen wie Ferien bleiben auf der Strecke.